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Donnerstag, 18. August 2016

Stendal - am Zug

geschrieben am 17. August 2016
geschehen   am 05. August 2016

Noch mit den Gedanken bei meiner letzten Begegnung in Gardelegen fuhr ich nachdenklich Richtung Stendal. 

Auch Stendal liegt in Sachsen-Anhalt und ist wie Gardelegen eine Hansestadt. Seit 1358 ist Standals Zugehörigkeit zum Hansebund belegt. Die Kreisstadt liegt nahe an der Elbe, durch sie hindurch fließ die Uchte und speist den Stadtgraben. Leider kann ich aus dem mir zur Verfügung stehenden Kartenmaterial schwer erkennen warum Stendal heute noch den Status einer Hansestadt hat. 

Falls dies jemand weiß, freue ich mich über eine Nachricht. Einfach per Kommentar.


Bahnhofsportal mit Vorplatz
























Der stendaler Bahnhof ist jedenfalls noch heute ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den Schienenpersonennahverkehr, nicht nur aus Hannover in Richtung Berlin sondern auch zwischen Magdeburg und Wittenberge. 

Peacezeichen, DB-Infostand und Ticket Automaten



Da ich schon des öfteren im Bahnhof Stendal im Zug saß oder umgestiegen war, wollte ich diesen Ort einmal von der anderen Seite sehen und beschloss, meine Friedenszeichen am Bahnhof zu hinterlassen.

Blick von den Gleisen zum Busbahnhof




















Für seine Wichtigkeit erschien mir der Bahnhof sehr still. Der Tag spielte sich langsam auf den kommenden Abend ein und ich sah nur wenige Menschen, auch an den Gleisen oder auf dem Parkplatz. Wie an einem Bahnhof üblich waren diese auf ihre Ab- und Anreisen konzentriert und so kam es leider zu keinem Gespräch.


Am Parkplatz vor dem Bahnhof

















 
Seitenansicht des Bahnhofgebäudes





















So verteilte ich im sommerlichen Wind die Friedenssymbole und machte mich, nach telefonischer Ankündigung in der Pfarrei Sankt Stephan, auf die Fahrt nach Tangermünde.

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Samstag, 13. August 2016

Gardelegen - Erster Teil

geschrieben am 13. August 2016
geschehen   am   5. August 2016

Meinen Halt in Gardelegen beschreibe ich etwas genauer, denn er bewegt mich sehr, bis heute. Aus diesem Grund werde ich in mehreren Teilen über meine Zeit und meine Begegnungen berichten.



Ein Blick in die Historie

Die Hansestadt Gardelegen liegt in der nordwestlichen Altmark in Sachsen-Anhalt. Von der B188 sind es noch knapp drei Kilometer bis zum Ortseingang kurz vor dem Stadttor.

Gardelegen wurde im 12. Jahrhundert an einer Furt am Zusammenfluss der Milde und der Lauterbach erbaut. Ihre strategisch günstige Lage an der Kreuzung mehrerer Handelsstraßen, von Wäldern und Mooren umgeben, ließ Gardelegen bald zu einer regionalen und sogar überregionalen Handelsstadt erblühen. Der Handel und die Dienstleitungen der Ausspannwirtschaften, später auch der Anbau von Hopfen und das Garley-Bier, welches bis 2013 gebraut wurde, brachten der Stadt Wohlstand und Ansehen. 
Seine Blüte erlebte Gardelegen bis ins ausgehende Mittelalter, die sie nach Ende des Dreißigjährigen Krieges nicht wieder erreichen konnte.






Die drei Hopfenranken erinnern an die über Jahrhunderte andauernde Tradition des Bierbrauens in Gardelegen











In der Geschichte Gardelegens findet sich auch ein grausiges Ereignis aus jüngerer Zeit. Mir wurde in sehr bewegenden Bruchstücken davon erzählt. Doch erst nach Recherchen fand ich heute heraus, was geschehen war. 

  

Meine Erlebnisse

Am Nachmittag des 5. Augusts traf ich in Gardelegen ein und fand sehr schnell einen Parkplatz in der Nähe des Stadttores.

Hinter dem Stadttor in Gardelegen




















Schon beim Auspacken der Friedensbänder und -tücher wurde ich von zwei Frauen angesprochen. Sie waren gerade über das Hansefest gegangen und wollten am Abend wieder hin. 

"Sind sie auf Friedensfahrt?" fragte mich eine von ihnen und strich über das Peacezeichen auf meinem Wagen. Ich nickte. 
"Das haben wir früher auch gemacht. Friedenszeichen auf die Kleidung genäht, mit wilden Haaren. Genau! *Frieden schaffen ohne Waffen* und *Make Love not War*, haben wir gerufen. Ja, Frieden ist wichtig, den brauchen wir und den müssen wir uns erhalten. Und wo kommen Sie her?" 
Ich erzählte ihnen, dass ich am Vormittag in der Nähe von Celle aufgebrochen sei und schon in Gifhorn, Wolfsburg und Velpke gehalten hätte, wo ich noch halten wollte und am Sonntag in Berlin sein möchte. Wegen der Friedensfahrt von Berlin nach Moskau. 
"Da fahren Leute nach Moskau? Und dort fahren Sie hin? Und Sie halten hier bei uns und binden Friedenszeichen überall an? Das ist eine tolle Idee! Das ist gut, dass Sie das machen. Viel Glück auf Ihrem Weg und sagen Sie allen, dass wir Frieden wollen!"

Dann bekam ich noch den geheimen Weg in die Innenstadt beschrieben, schloss den Wagen ab und machte mich auf den kopfsteingepflasterten Weg.

Hansefest Gardelegen, Personaleingang